Whey, Kreatin & Co.: Warum Sporternährung gerade so gefragt ist 

Whey, Kreatin & Co.: Warum Sporternährung gerade so gefragt ist Proteinshakes nach dem Training, Elektrolyte beim Sport oder Kreatin als fester Bestandteil der Fitnessroutine: Nahrungsergänzungsmittel und Produkte aus der Sporternährung sind längst kein Nischenthema mehr. Besonders interessant ist dabei, wie unterschiedlich sich das Interesse an einzelnen Produkten entwickelt – und wie stark manche von ihnen sogar von der Jahreszeit beeinflusst werden.

Aktuelle idealo Daten zeigen vor allem eines: 2026 sind es insbesondere Produkte aus dem Sportbereich, die deutlich stärker nachgefragt werden als noch ein Jahr zuvor.

Sporternährung rückt stärker in den Fokus

Der größte Sprung zeigt sich bei Whey Protein. Zwischen Januar und August 2026 lag die Nachfrage auf idealo rund 128 Prozent über dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.

Auch Elektrolyte verzeichnen mit einem Plus von 91 Prozent einen deutlichen Anstieg. Kreatin folgt mit rund 44 Prozent, während Kohlenhydrat-Gels um etwa 19 Prozent zulegen.

Klassische Vitamin- und Mineralstoffprodukte entwickeln sich dagegen deutlich ruhiger. Vitamin B12 liegt rund elf Prozent über dem Vorjahresniveau, Omega-3-Algenkapseln rund neun Prozent und Fischölkapseln rund sieben Prozent. Bei Magnesium, Vitamin D und Multivitaminprodukten fällt die Nachfrage im gleichen Vergleich sogar leicht niedriger aus.

Wer sich die Zahlen im Detail ansehen möchte, findet in der Auswertung von idealo zu Nahrungsergänzungsmitteln und Sporternährung auch die längerfristige Entwicklung sowie saisonale und preisliche Vergleiche.

Manche Trends haben sich über Jahre aufgebaut

Ein Blick über einen längeren Zeitraum zeigt, dass einige dieser Entwicklungen schon deutlich vor 2026 begonnen haben.

Besonders stark ist das bei Kohlenhydrat-Gels zu beobachten. Im Jahr 2025 lag die Nachfrage rund 344 Prozent über dem Niveau von 2021. Fast ebenso groß fällt der Anstieg bei Omega-3-Algenkapseln mit rund 339 Prozent aus.

Auch Kreatin hat in diesem Zeitraum deutlich zugelegt: 2025 lag die Nachfrage rund 257 Prozent höher als 2021. Bei Whey Protein beträgt das Plus rund 132 Prozent.

Spannend ist außerdem die Verschiebung innerhalb der Omega-3-Produkte. Während Algenkapseln 2021 erst etwa zehn Prozent der gemeinsamen Nachfrage nach Fischöl- und Algenölprodukten ausmachten, waren es 2025 bereits rund 18 Prozent. In den ersten acht Monaten 2026 lag ihr Anteil bei etwa 19 Prozent.

Die Entwicklung verläuft dabei nicht zwangsläufig geradlinig. Gerade Kreatin zeigt, dass auf starke Wachstumsphasen auch Jahre mit geringerer Nachfrage folgen können.

Warum Vitamin D und Elektrolyte zu unterschiedlichen Zeiten gefragt sind

Nicht nur langfristige Trends unterscheiden die einzelnen Produkte voneinander. Bei manchen zeigt sich auch innerhalb eines Jahres ein klares Muster.

Vitamin D erreicht seine höchste Nachfrage eher in der dunkleren Jahreszeit. 2025 war der November der stärkste Monat. Im Vergleich zum Juni lag die Nachfrage rund 100 Prozent höher.

Das lässt sich zumindest grundsätzlich mit der besonderen Rolle von Sonnenlicht bei der Vitamin-D-Versorgung in Verbindung bringen. In Deutschland ist die körpereigene Bildung über UV-B-Strahlung in den Wintermonaten deutlich eingeschränkt. Daraus folgt allerdings nicht automatisch, dass jede Person im Winter ein entsprechendes Präparat benötigt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung informiert ausführlich über Vitamin D und die entsprechenden Referenzwerte.

Bei Elektrolyten zeigt sich ein anderes Bild. Ihre Nachfrage war 2025 im Juli am höchsten und lag rund 223 Prozent über dem Februar.

Auch Kohlenhydrat-Gels werden im Jahresverlauf sehr unterschiedlich nachgefragt. Zwischen Dezember und dem stärkeren August lag ein Unterschied von rund 192 Prozent.

Magnesium weist dagegen wesentlich geringere Schwankungen auf. Zwischen dem stärksten und dem schwächsten Monat des Jahres 2025 betrug der Unterschied lediglich rund 24 Prozent.

Sportart und Belastung machen einen Unterschied

Dass Whey, Kreatin, Elektrolyte und Kohlenhydrat-Gels häufig gemeinsam unter dem Begriff Sporternährung auftauchen, heißt nicht, dass sie denselben Zweck erfüllen oder in derselben Situation relevant sind.

Whey Protein und Kreatin werden vor allem mit Kraftsport in Verbindung gebracht. Protein kann grundsätzlich auch über gewöhnliche Lebensmittel aufgenommen werden; ein Proteinpulver stellt vor allem eine praktische zusätzliche Möglichkeit dar. Die DGE ordnet die Proteinzufuhr im Sport ebenfalls ausführlich ein.

Im Ausdauersport stehen dagegen eher Kohlenhydrate und Elektrolyte im Vordergrund. Bei längeren und intensiveren Belastungen können Kohlenhydrate eine andere Bedeutung haben als bei einer kurzen Trainingseinheit. Auch Flüssigkeit und Natrium können bei hohen Schweißverlusten relevanter werden.

Entscheidend ist deshalb weniger die Frage, welches Produkt gerade besonders populär ist, sondern vielmehr, welche Art von Belastung überhaupt vorliegt. Auch die Informationen der DGE zu Ernährung und Sport zeigen, dass Sportart, Trainingsumfang und individuelle Ernährung zusammen betrachtet werden sollten.

Der Blick in die Küche lohnt sich ebenfalls

Bei all der Aufmerksamkeit rund um Nahrungsergänzungsmittel darf eines nicht vergessen werden: Viele der betrachteten Nährstoffe sind auch ganz selbstverständlich Bestandteil unserer Ernährung.

Lachs enthält beispielsweise Vitamin D, Sonnenblumen- und Kürbiskerne liefern Magnesium. Protein findet sich unter anderem in Fleisch, Fisch, Tofu oder Quark. Kreatin wiederum kommt natürlicherweise vor allem in tierischen Lebensmitteln vor.

Das bedeutet nicht, dass Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel direkt gegeneinander aufgerechnet werden können. Je nach Nährstoff unterscheiden sich Gehalte, Versorgung und Verwendung deutlich.

Für gesunde Menschen lassen sich viele der genannten Nährstoffe grundsätzlich über eine ausgewogene Ernährung aufnehmen. Vitamin D nimmt dabei eine besondere Stellung ein, weil Lebensmittel nur einen vergleichsweise kleinen Beitrag zur Versorgung leisten und die körpereigene Bildung über Sonnenlicht eine wichtige Rolle spielt.

Was sich aus den Zahlen mitnehmen lässt

Die Daten zeigen vor allem, wie dynamisch sich das Interesse an einzelnen Produkten entwickelt. Während klassische Nahrungsergänzungsmittel vergleichsweise stabil bleiben, gewinnen mehrere Produkte aus der Sporternährung deutlich an Nachfrage.

Gleichzeitig zeigen die saisonalen Unterschiede, dass ein hoher Nachfragewert immer im jeweiligen Kontext betrachtet werden sollte. Was besonders häufig geklickt wird, ist schließlich nicht automatisch für jede Person notwendig oder sinnvoll. Ernährung, Sportart und individuelle Situation bleiben entscheidend.

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