Zellreinigung – was ist das

Die Zellreinigung, auch Autophagie genannt, ist ein lebenswichtiger Prozess im Körper, der die Funktion einer “körpereigenen Müllabfuhr” übernimmt. Er läuft zwar automatisch im Körper ab, seine Intensität sinkt allerdings mit zunehmendem Alter immer weiter.
Durch einfache Veränderung der Lebensgewohnheiten lässt sich die Autophagie aber wieder ankurbeln und damit das Immunsystem und auch die Lebenserwartung steigern.

Was ist Autophagie?

Die Autophagie ist ein natürlicher Zellreinigungsprozess, der im Körper dafür sorgt, dass sich Zellen von schädlichen Stoffen, nicht mehr benötigten Eiweißen und anderem Zellmüll selber befreien. Dadurch hält sich die Zelle selbst jung und gesund und kann die recycelten Zellbestandteile anderen körpereigenen Prozessen zuführen.
Ein bekannter Aktivator der Autophagie ist das Fasten. Durch den Nahrungsverzicht über einen Zeitraum von mindestens 18 Stunden aktiviert der Körper die Autophagie und beginnt damit, nicht mehr benötigte Bestandteile einer Zelle wiederzuverwerten. Im Falle einer Erkältung kann dies dabei helfen infizierte oder abgestorbene Zellen zu entfernen. Aus diesem Grund empfindet man während einer Erkältung oder Grippe auch weniger Hunger.

Doch neben der bloßen Zellreinigung bewirkt die Autophagie im menschlichen Körper noch viel mehr:

  • Sie stärkt das Immunsystem indem sie die Fresszellen des Immunsystems aktiviert. Diese bekämpfen effektiv Krankheitserreger und entfernen tote oder infizierte Zellen.
  • Sie wirkt entzündungshemmend im gesamten Körper und kann dazu beitragen die maßgeblichen Ursachen für chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Gicht oder auch Alzheimer zu reduzieren. Mehrere Studien (Link) stellten einen positiven Effekt von Spermidin, einem Polyamin, dass die Autophagie anregt, und dem Risiko an einer neurodegenerativen Erkrankungen zu leiden, fest.
  • Sie kann Depressionen vorbeugen und bereits begonnen Depressionen abmildern.
  • Sie hält Zellen jung und kann dadurch die Lebenserwartung verlängern. Zu diesem Schluß kamen verschiedene Studien an Würmern und Mäusen, die zeigten, dass sich die Steigerung der Autophagie in einem bis zu 30% längeren Leben widerspiegeln kann. Zu dieser Erkenntnis kam auch die Smart-Age-Studie der Berliner Charité.

Was passiert, wenn die Autophagie eingeschränkt ist?

Bei einer über einen längeren Zeitraum eingeschränkten Autophagie können verschiedene Erkrankung begünstigt werden:

  • Gallensteine
  • Nierensteine
  • Gicht
  • Arteriosklerose
  • Alzheimer-Demenz
  • Myopathie
  • Generelle Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Multiple Sklerose

Wie kann man die Autophagie gezielt aktivieren?

 Mit einfachen und leicht in den Alltag integrierbaren Maßnahmen lässt sich der Zellreinigungsprozess des Körpers ganz leicht beschleunigen:

  1. (Intervall-) Fasten
    EIner der am besten erforschten Aktivatoren der Autophagie ist das Intervallfasten. Schon nach etwa 12 Stunden ohne Nahrungszufuhr beginnt im Körper eine beschleunigte Zellreinigung. Nach zwei- bis drei Tagen ohne Nahrung erreicht die Autophagie Ihren Höhepunkt. Da den meisten Menschen eine so lange Zeit ohne Nahrungszufuhr schwer fällt, hat sich das sogenannte Intervallfasten oder auch intermittierende Fasten als ein guter Kompromiss gezeigt. Dabei wird üblicherweise 18 Stunden auf Essen verzichtet, nur in den verbleibenden 6 Stunden wird normal gegessen.
  2. Spermidinreiche Ernährung
    Neben dem Fasten hat auch das Polyamin Spermidin einen erheblichen Einfluß auf die Funktion der Autophagie. Laut Studien hat eine spermidinreiche Ernährung ähnliche Auswirkung wie Intervallfasten. Zu den spermidinreichsten Lebensmitteln gehören Weizenkeime, Sojabohnen, gereifte Käsesorten und Pilze. Aber Mangos, Erbsen und Kichererbsen enthalten viel von dem wertvollen Autophagie-Booster. Eine komplette Liste mit spermidinreichen Lebensmitteln findet sich unter https://medavital.de/diese-10-lebensmittel-enthalten-viel-spermidin-komplette-liste/
  3. Sport und körperliche Aktivität
    Besonders Ausdauer- und Kraftsport gehören zu den wichtigsten Förderern der Autophagie.Mehrmals pro Woche kurze Einheiten, wie z.B. Ballsport, Krafttraining oder HIIT, aktivieren die Zellreinigung  und sorgen dafür, dass sich Zellen jung halten.
  4. Anpassung des eigenen Essverhaltens
    Neben der Auswahl spezieller Lebensmittel kann auch die Menge einen deutlichen Einfluß auf die Autophagie haben. Es hat sich gezeigt, dass Essen bis zu einem Sättigungsgrad von etwa 80 Prozent den körpereigenen Prozess beschleunigen kann. Positiver Nebeneffekt ist natürlich auch das Kaloriendefizit, dass beim Abnehmen helfen kann.

Veröffentlicht in: Detox

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